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12.04.2014 - 13:21 Uhr | Computer » Review

Wirklich ein I7 ohne IGP?

Review: Xeon 1230v3

Ist der Intel Xeon 1230v3 wirklich eine ernst zu nehmende Alternative für einen Intel i7 4770?

Seit der Einführung der Haswell Architektur am 1. Juni 2013 ist beinahe 1 Jahr vergangen. Gerüchten zu folge stehen erste CPUs der Haswell Refresh Serie ab dem 11. Mai in den Startlöchern und "Devil's Canyon", also der Haswell Refresh mit offenem Multiplikator ab Juni. Warum soll man dann jetzt noch eine CPU der älteren Haswell Generation kaufen? Erfahrungen haben gezeigt, dass die Prozessoren zur Einführung recht teuer sind. Und immerhin steht mit dem Xeon 1230 v3 eine vollwertige i7 CPU für nur 200€ zur Verfügung, oder nicht?

Nun bei der Xeon E3 Serie handelt es sich zwar tatsächlich um vollwertige Haswell-Kerne mit freigeschaltetem  Hyper-Threading, aber es gibt doch ein paar Feinheiten die die beiden Prozessoren Familien voneinander unterscheiden. Die Xeon Reihe wurde 1998 explizit als Server und Workstation Serie eingeführt. Dieser deklarierte Einsatzzweck hat sich nicht geändert, was sich allerdings geändert hat sind die Kunden und deren Bedürfnisse. Während der Xeon früher für den Heimgebrauch zu wenige Vorteile für den angestrebten Preis bot, sieht das Bild heute anders aus. Insbesondere beim Xeon 1230 v3 kann man auf den ersten Blick von einem einmaligen Angebot sprechen. Es ist auf dem Datenblatt ein i7 4770K mit 200 MHz weniger, ohne offenen Multiplikator und ohne integrierte Grafikeinheit. So weit, so gut, doch wo ist der Hacken? Als Gamer braucht man sowieso keine integrierte Grafik, da meist in irgendeiner Form eine Grafikkarte vorhanden ist. 200 MHz, kann man sicherlich  selbst aus nicht "offen" übertaktbaren Prozessoren irgendwie rausholen. Nun, es gibt keinen Hacken, wenn man mit diesen Einschränkungen leben kann. Doch bevor hier vollmundige Behauptungen aufgestellt werden, sollte man ab diesem Moment wirklich gut überlegen.

Der einzige wirklich entscheidende Vorteil eines Xeon aus Gamersicht ist das Hyper-Threading, doch halt, ist das wirklich ein Vorteil? Hyper-Threading simuliert zusätzliche Kerne, doch sind dies nur logische Kerne. Das heißt beim Xeon 1230v3 handelt es sich weiterhin um eine Quad-Core CPU, wenngleich auch eine Octa-Core angezeigt wird. Hyperthreading bedeutet eigentlich, dass eine bessere Verarbeitung von Multithreading erfolgt. Oder anders gesagt, es sind je nach Anwendungsgebiet ca. 20%, dessen was ein echter Core zu leisten vermag. Und selbst bei dieser Aussage scheiden sich die Geister. Hinzu kommt, dass die meisten Spiele bisher sowieso nur Dual, bis maximal Quad-Cores wirklich auslasten können. Das zeigt sich auch in diversen Benchmarks, in denen Hyperthreading sogar Leistung kostet, anstatt etwas zu bringen. Natürlich sind aktuelle Titel wie Battlefield 4 und Watch Dogs Ausnahmen und auch Ausnahmen die sich evtl. durch die neue Konsolengeneration nun häufen werden, doch es werden noch ein paar Jahre ins Land ziehen bevor mehr als 4 Kerne die Pflicht werden.

Doch welche Alternativen gibt es?  Für das enthusiastische Gamerherz gibt es da z.B. den i5-4670k, der kostet auch etwa 200€, bietet 100 MHz mehr als der Xeon 1230v3 und zudem einen offenen Multiplikator. Bedeutet also eine theoretisch höhere Spieleleistung, wenn nur maximal 4 Cores angesprochen werden und die Möglichkeit durch Übertakten noch einiges an Leistung heraus zu bekommen. 
Wer für die Arbeit hauptsächlich Multithreading benötigt und mit einer eher durchschnittlichen Spieleleistung leben kann, der findet sicherlich beim AMD FX8350 (oder auch etwas niedriger) seinen Partner für alle Lebenslagen, mit knapp 170€ und 8 theoretischen Kernen (Es sind auch 4 mit AMDs Hyperthreading, allerdings ist es eine wesentlich effizientere und vor allem auch hardwareorientiertere Variante als die von Intel). Hier muss man sagen, dass sie je nach Benchmark wirklich keine Killer-CPU für Spiele ist, sondern teilweise gegen einen 5 Jahre alten i5 750 verliert. Aber wie schon gesagt, für die Arbeitswelt sieht alles doch ein wenig anders aus.Zu guter letzt bleibt natürlich noch der i7 4770, der ja das direkte Vorbild des Xeon ist. Der I7 bietet je nach Modell höheren Takt und in der K Variante eben auch die Möglichkeit übertaktet zu werden.

Fazit
Für den preisbewussten Enthusiasten, der mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass er auch in 3 Jahren noch nicht übertakten möchte, ist der Intel Xeon E3 1230v3 einen Blick wert. Allerdings ausschließlich wenn der Fokus nicht nur auf dem Gaming liegt. Realistisch gesehen ist der Performance-Gewinn durch das Hyperthreading im Spielebereich bisher nicht wirklich spürbar. Anders sieht es eben aus wenn man nebenbei damit arbeiten, rendern oder sonstige rechenintensive Multithreading-optimierte Aufgaben durchführen möchte, dann ist der Xeon ein Multitalent welches stabil und schnell seine Aufgaben erfüllt.


Quelle: Animize
Benutzermeinung: 100% Hilfreich

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